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"Für eine Kiste Bier spielen wir auch bei dir!"

Sprachrohr: Bruder Tinu

Sprachrohr:
Bruder Tinu

Ueber den Tod des Spunten

2007-07-26, 13:41:18 (Aktuelle Rede)

Für manchen nicht direkt an der Front betroffenen mag folgener Speech nun wahrlich einen hauch romantisch gehüteteten Insiderwert verbergen. Was allerdings unumgänglich ist und der Zauber des folgenden soll sich über zögerliches Desinteresse manches Besucher hinwegsetzten und wirken. Also lesen darf und kann nicht schaden Pappkarton! 
 
Der Spunten darf man getrosst als einen Ort des Bedenkes, der Bierpoesie und der emotionalen Begegnungen taxieren. Der Spunten steht im malerischen, im Sommer oft von alteingessesenen DDR-Touristen belagerten, im Winter jedoch meist vernachlässigten Nachtleben des ungarischen Plattensee- Städtchens Balatonfüred.  
 
Der Spunten zu ungarisch "Aranyas sörözö" von Tinus grossartigen Kenntnissen dieser Sprache traduktiert etwa "Arnyas Bierstube". Ist ein schöner Ort vorausgesetzt man schätzt tiefe Bierpreise, das einheimisch gebraute Soproni Aszok und ungarische Büetzer die sich ihren Feierabendmalz zu Gemüte führen. Oder vor dem Bügel noch einen Expresso-ex in die Kehle werfen. Das faszinierende die Tore des "Spunten sind nie zu". 24 Stunden wird hier Gastfreundschaft auf einem progressiven Niveau angeboten. Dies ist auch ein Grund warum der Spunten für mich und andere Bedeteung erreicht hat. 
 
Studienreise 2004 ins besagte Kaff am Balaton. Vor unserer Pension erstreckt sich ein alt anmutendes Gebäude, es ist der Spunten. das Nachtleben des Ortes verheisst für die Schweizerischen Austauschabsolventen wenig verheisungsvolles, der letzte Bus von der bereits heilig gesprochenen Stadt Veszprem fährt gegen 23 Uhr.. Wer da zu Bette geht hat wahrlich nicht viel von Gelagen und Bierselligkeit verstanden und sollte bei Bedarf entsprechende Kenntniss nachholen. Was bleibt ist der Spunten, der Tut nie zu, er ist da wenn man ihn braucht. 
 
Und so kommt es dass bis tief in alle Morgenstunden jeden Tag die Woche der Spunten zum Mekka der nachtschwärmenden Schweizer Abiturienten wird. Manche Geschichten nahmen hier ihren Lauf. Einige Schüler sollen sich offenbar gegen 6 Uhr morgens per Trabant eines ungarischen Gesellen nach Hause führen lassen. Auch als einige genossen noch mit angemalenem Schnautz am Morgen das Programm absolvieren liegt die Schuld beim Spunten. Auch wenn Aspirin-Adi Erfahrungen mit dem wandelnden Schlaf mitbringt, muss man den Ursprung nicht weit suchen. Unvergessen bleiben die Tischstehenden Banger vor dem Spunten welche "Guns n Roses" "Metallica" und andere Helden des Alltags aus der Jukebox frenetisch abfeierten.  
auch schwor man sich am letzten Abend per Pakt zurückzukehren. Und tat dies, mehrere Male. 
 
Wenn ich sagen darf geprägt hat mich vieles.Aber wenn mich eine Beiz neben dem selbstverständlich zu erwähnenden Bad Bonn geprägt hat, dann war es Arnyas Sörözö. 
 
Nun wollte ich letzte Woche wieder in ungarischen Gefilden unterwegs, diesen von bösen Zungen oft als drittklassigen und sowjetisch anmutend betitelten Gourmetladen( seine Pommes-Chips schmecken himmlisch)wieder besuchen und alles was ich da sah war ein Trümmerhaufen, eine Baufirma die das Inventar einer Legende durchstöberte und die Fassaden herunterriss. Für jeden Säufer, Arbeiter und Besucher geht mit dem Spunten nicht nur eine Beiz. Nein es geht ein Stück Lebensgefühl, ein Stück Ungarn, ein Stück Qualität. Und was bleibt ist die Errinerung. Vaucher Adi rang mit den Tränen als er von diesem unverständlichen Fall hörte. In seinem und unserem Namen müssen wir uns nun von einem von uns veranschieden.  
 
Spunten elök arnya sörözö egeszegere mindenjuk!  
 
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des ungarischen Volkes, Spunten du hast uns unsere Stunden versüsst und nun hat dich der Herr in den Himmel genommen und deine Dienste werden nun im Himmel genötigt, 24 Stunden Offenbier Gott dass gönnst du dir! 
 
Spunte R.I.P

 

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